"Aufklärungsbroschüren" für Jungen und Mädchen in Sportvereinen

Die Bayerische Sportjugend hat zwei neue „Aufklärungsbroschüren“ für Jungen und Mädchen in Sportvereinen heraus gegeben. Sie dienen der Sensibilisierung und Aufklärung der Kinder zum Thema „Sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ und helfen mit die Persönlichkeit der Kinder zu stärken. Selbstbewusste und wissende Kinder sind weniger gefährdet.

 

Bestelladresse:
Bayerische Sportjugend im BLSV e.V.
Georg-Brauchle-Ring 93
80992 München
Tel: 089-15702-431
Email: bsj(at)blsv.de

 

Broschüre „Finger weg! Pack mich nicht an! – Nur für Jungen“ (Klicken zum Herunterladen)

Das Heftchen „Finger weg! Pack mich nicht an! – Nur für Jungen“ thematisiert sowohl sexualisierte Übergriffe gegen Jungen am Beispiel „Sport“ wie auch allgemeine „Fragen“ zum Thema „Junge sein“. In einem altersgerechten Comic und einer altersgemäßen Sprache gibt das Heftchen viele Tipps und Ideen zum Umgang mit solchen Übergriffen und auch zum „Junge sein“. Jungs finden auch Kontaktadressen, über die sie sich im Bedarfsfall Rat und Hilfe holen können.

 

Broschüre: „Starke Mädchen im Sport! Wir können auch anders“ (Klicken zum Herunterladen)

Das Heftchen „Starke Mädchen im Sport! Wir können auch anders“ ist von Mädchen für Mädchen entwickelt worden. Es beschreibt verschiedene Situationen sexualisierter Übergriffe, die im Umfeld des Sports passieren könnten und zeigt Handlungsmöglichkeiten für betroffene Mädchen auf. auf. Sie finden darin auch Kontaktadressen, über die sie sich gegebenenfalls Rat und Hilfe holen können. Ein Aufkleber „Grabschen ist uncool“ ist der Broschüre beigelegt.

 

In den Heftchen werden unter anderem folgende präventive Botschaften an Kinder vermittelt:

  • Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper: Kinder haben ein Recht, darüber zu bestimmen, wer sie wann und wie anfasst. Gleichzeitig sollen sie erfahren, dass ihnen ihr Körper ganz alleine gehört.
  • Wahrnehmung der eigenen Intuition: Kinder sollen lernen ihre eigenen Gefühle wahrzunehmen und ihrer Intuition zu vertrauen. Im Umgang mit Menschen ist das Vertrauen in die eigenen Gefühle ein grundlegender Selbstschutz.
  • Unterscheidung zwischen ‚guten‘, ‚schlechten‘ und ‚komischen‘ Berührungen
  • Nein-Sagen: Kinder haben das Recht, nein zu sagen, wenn sie jemand auf eine Art berührt, die ihnen nicht gefällt.
  • Umgang mit Geheimnissen: Kinder müssen wissen, dass es Geheimnisse geben kann, über die sie sprechen dürfen, auch wenn es ihnen ausdrücklich verboten wird. Deshalb sollen Kinder lernen, dass es ‚gute‘ und ‚schlechte‘ Geheimnisse gibt.
  • Hilfe holen: Kinder benötigen Hilfe von Gleichaltrigen und Erwachsenen. Jedes Kind hat ein Recht, sich Hilfe zu holen, wenn es sich ängstigt oder sich über eine Situation ungewiss ist.

Neben diesen sechs Präventionsbotschaften ist ein weiterer Aspekt der Prävention eine offene Sexualerziehung. Das Wissen um die eigene Sexualität kann Mädchen und Jungen vor unerwünschten und zugemuteten sexuellen Übergriffen und körperlichen Berührungen schützen. Unwissende Kinder sind gefährdete Kinder, weil Täter und Täterinnen dadurch die Möglichkeit gewinnen, einem Kind ihr Handeln als etwas Normales zu erklären.


Aus: LSB Nordrhein-Westfalen: „Schweigen schützt die Falschen“, DVD, Duisburg 2010